Regional

Regionale Auswirkungen

Die Gemeinde Kirchlinteln, flächenmäßig die größte im Landkreis Verden, besteht aus 17 Ortschaften mit insgesamt über 10.000 Einwohnern. Sie ist ländlich geprägt und dadurch noch vielerorts naturbelassen. Durch ihre Nähe zur hervorragend angebundenen Kreisstadt Verden ist die Gemeinde ein beliebter Wohnort für alle Generationen. Insbesondere der Ort Kirchlinteln ist mit seiner sehr guten Infrastruktur und Einbindung in das Verdener Stadtbusnetz hier hervorzuheben.

Leider wäre Kirchlinteln, zusammen mit den Ortschaften Bendingbostel, Brunsbrock, Schafwinkel und Klein Linteln besonders stark vom Ausbau der Eisenbahnstrecke betroffen. Da zusätzlich noch die SuedLink-Stromtrasse die Gemeinde zu zerschneiden droht und auch die Erdgasförderung vorangetrieben werden soll (Stichwort Fracking), könnte es mit der attraktiven Außenwirkung und der jetzigen hohen Lebensqualität bald vorbei sein. In der Region außerdem betroffen wären die Verdener Ortschaften Scharnhorst und Dauelsen, dazu kämen noch die Gemeinde Langwedel und ihre Ortschaft Nindorf.

Wir befürchten, dass hier das geschehen könnte, was in anderen Städten wie z.B. im Rheintal längst eintrat. Dort stehen wegen dem Bahnlärm zum Teil ganze Häuserzeilen leer, die Häuser sind quasi unverkäuflich. Eine Entvökerung dieser Orte droht, und wer nicht weg kann lebt mit der Gefahr für sich und seine Familie, an den Folgen des Bahnlärms zu erkranken. Dies ist unserer Ansicht nach keine Schwarzmalerei, da auch ein späterer zweigleisiger Ausbau der Amerikalinie nicht ausgeschlossen wird. Einige Parteien fordern diesen bereits jetzt (s. Alpha-Variante)!

Die konkret vorgesehene „Eingleisige Ertüchtigung“ bedeutet, dass

  • die Strecke elektrifiziert wird,

  • Güterzüge voraussichtlich im Zehn-Minuten-Takt durchfahren,

  • dann auch Gefahrgut durch die Ortschaften transportiert wird,

  • die Züge auf gerader Strecke 160 km/h erreichen,

  • in Kirchlinteln und Bendingbostel „Kreuzungsbahnhöfe“ entstehen. Diese Ausweichgleise ermöglichen es, den Gegenverkehr passieren zu lassen. Es sollen also Güterzüge mitten in Ortschaften abbremsen, das Gleis wechseln und wieder anfahren!

  • eine Anbindung an den Personenenbahnverkehr weiterhin nicht vorgesehen ist.

Die Auswirkungen des Güterbahnverkehrs wären fatal:

  • Bahnlärm ohne Ende, insbesondere im Bereich der Kreuzungsbahnhöfe und der geraden Streckenabschnitte

  • Zerstörung von Naherholungseffekten mit Auswirkungen auf den Tourismus und das Gastgewerbe

  • Massiver Wertverlust von Immobilien

  • Besonders betroffen wären Altenwohnungen und Kinderheime nahe der Bahn

  • Da für Parkanlagen, Erholungs-, Sport- und Grünflächen sowie Friedhöfe und ähnliche Flächen nach der Machbarkeitsstudie der DB (Seite 64) kein Lärmschutz gewährt wird, wäre z.B. der Kirchlintler Ruheforst nicht mehr dieses Namens würdig

  • Evtl. Wegfall von Bahnübergängen, dadurch Unterbrechung von Verbindungswegen (genaue Planungen werden in der Machbarkeitsstudie für den Abschnitt von Visselhövede bis Langwedel nicht genannt – warum auch immer)

Vorteile für die Gemeinde und ihre Einwohner:

  • Keine

Von folgenden Trassenvarianten wäre unsere Region betroffen:

  • Klassisches Y

  • SGV-Y

  • Alpha-Variante (Lühmann-Variante)

  • Ausbau Amerikalinie (eingleisige Ertüchtigung und ggf. spätere zweigleisige Erweiterung)

  • NBS (Neubaustrecke) Ashausen – Unterlüß mit möglicher Anbindung an die Amerikalinie sowie Ausbau Wunstorf – Nienburg

  • NBS Ashausen – Suderburg mit möglicher Anbindung an die Amerikalinie sowie Ausbau Wunstorf – Nienburg