10 Nov

Nordwestradio im Lintler Krug

Am 04. November 2015 gab es im Lintler Krug eine Livesendung des Nordwest Radios. Thema waren die Alpha-Variante und das Dialogforum Schiene Nord.
Geladene Gäste waren Susanne Menge, Fraktion B90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Marcel Winter, Pressesprecher Dialogforum Schiene Nord, Thomas Sandkühler, Fachsprecher der Bürgerinitiative „UnsYnn“ und Arne Jacobs, CDU-Fraktion Gemeinderat Kirchlinteln.
Moderiert wurde die Sendung von Stefan Pulß.
Der Titel der Sendung war: „Alpha-Variante statt Y-Trasse“, was schon sehr merkwürdig, ging es im Dialogforum letztendlich doch um zehn verschiedene Streckenverläufe, die geprüft werden sollten.
Während der Sendung wurde deutlich, dass viele Faktoren doch sehr unterschiedlich bewertet wurden, wie z. B. welche Variante wie schnell in Betrieb genommen werden könnte.
Während Frau Menge bei der Y-Trasse von 30 und bei der Alpha-Variante von sofort ausging, erläuterte Maik Dudda, dass laut Bahngutachter die Y-Trasse schon in ca. 15 Jahren bereit sein könnte und dass es auch bei der Alpha-Variante mindestens 5 bis 10 Jahre dauern würde, was einleuchtend ist, da auch diese Strecke zunächst einmal aufbereitet werden müsste. Frau Menge konnte nicht wirklich darauf antworten und wollte zu diesem Zeitpunkt auch nichts dazu sagen. Sie berief darauf, dass es sich dabei um Prognosen handelt, und bezeichnete die Alpha-Variante als die „charmantere Lösung“.
Auch die Frage nach dem Nutzen-Kosten-Index (NKI) wurde nur unzureichend beantwortet, und auch hier wurde wieder deutlich, dass Fakten nicht genügend geprüft wurden.
Die Alpha-Variante wurde so optimiert, dass der NKI über eins liegt, und zwar bei 1,08. Denn nur so ist eine Förderung vom Bund möglich.
Was in diesem Faktor nicht mit berechnet wurde, waren die Kosten der Bedingungen, bzw. Forderungen wie z. B. Lärmschutz auf höchstem Niveau, des Dialogforums. Diese Kosten würden den Index auf unter eins fallen lassen, und dann wäre die Förderung vom Bund nicht mehr möglich und das Forum müsste sich doch tatsächlich auch mit anderen Streckenverläufen befassen, also doch lieber alles „schönrechnen“.
Wenn Privatmenschen ihren Haushalt so planen würden, könnten sie mit Sicherheit bald Privatinsolvenz anmelden.
Marcel Winter, der Pressesprecher des Dialogforums, erklärte dass die Forderung nach dem Lärmschutz eine politische Entscheidung wäre und nur durchsetzbar ist, wenn der öffentliche Druck groß genug ist.
Wenn es also sowieso unwahrscheinlich ist, dass die Forderungen erfüllt werden, kann man sie natürlich auch gleich weglassen.
Auf die Frage, warum Save Kirchlinteln nicht in das Dialogforum aufgenommen wurde, redete sich Herr Winter mit der Arbeitssicherheit heraus.
So haben andere für uns entschieden, denn auch als die Alpha-Variante mit aufgenommen wurde, waren wir nicht erwünscht. Bleibt nur zu hoffen, dass die BI mit in den Projektbeirat aufgenommen wird, damit wir zumindest dort noch Einfluss nehmen können.
Herr Jacobs berichtet, dass der Verwaltungsausschuss der Meinung ist, dass die BI in den Projektbeirat gehört. Herr Winter meinte daraufhin, Kirchlinteln wäre ja nicht ganz außen vor gewesen, schließlich sei der Bürgermeister im Dialogforum dabei gewesen, was natürlich auch bedeutet, dass er die Möglichkeit hat in den Projektbeirat zu kommen.
Was das bedeutet, haben wir am 05. November 2015 bei Buten & Binnen gesehen.