Amerikalinie

Amerikalinie (offiziell: ABS 1960)

Die 1873 eröffnete „Amerikalinie“ verlief ursprünglich zwischen Berlin und Bremerhaven. Sie erhielt ihren Namen, weil sie von vielen Auswanderern aus dem östlichen Deutschen Reich dazu genutzt wurde, ihr Schiff nach Amerika zu erreichen.

Zwischenzeitlich wurde sie -nun eingleisig zurückgebaut- nahezu bedeutungslos, Streckenbahnhöfe wurden verkauft und Ausweichgleise abgebaut. Die Bahn scheute vor Investitionen in die Strecke und stellte den Personennahverkehr im Jahr 2010 endgültig ein, da er sich trotz erheblicher Subventionen des Landes Niedersachsen nicht rentierte. Seit 2011 (bis 2019) hat nun erixx, eine Tochterfirma der Osthannoversche Eisenbahnen AG, diesen übernommen. Von Güterzügen wird die Strecke derzeit kaum genutzt. Zwischenzeitlich Teil einer vernünftigerweise verworfenen Schnellzugstrecke (der sog. Y-Trasse), steht der Ausbau der Amerikalinie im Rahmen der Hinterlandanbindung der Seehäfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg nun wieder im Fokus.

In den 2014 von der Bahn AG vorgestellten Ausbauvarianten ist sie fester Bestandteil des sog. Schienenverkehrs-Y. Von Langwedel bis Soltau soll die Strecke ausgebaut werden, zusätzlich zu einer zweigleisigen Neubaustrecke zwischen Maschen und Celle. Aber auch bei den anderen Varianten soll -quasi nach dem Baukastenprinzip- die zusätzliche Einbeziehung der Amerikalinie in Frage kommen. Dabei wird sogar der spätere zweigleisige Ausbau nicht ausgeschlossen. Die Deklarierung als „Zusatzmaßnahme“ könnte die Einbeziehung dieser Strecke sehr wahrscheinlich machen.

Schon die dafür nötige „Eingleisige Ertüchtigung“ käme aufgrund der nötigen Baumaßnahmen einem Neubau sehr nahe (Elektrifizierung, Gleisbettarbeiten für die angestrebten 160 km/h, Schallschutz, Brückenbau). Die Bahn AG hat die Kosten dafür mit 1,7 Mrd. veranschlagt (die aller Erfahrung nach noch höher ausfallen dürften). Laut Machbarkeitsstudie wären davon ca. 25000 Wohneinheiten betroffen. Dies ist die höchste Anzahl aller Varianten.

Heftig umstritten ist die angestrebte Wirkung des Ausbaus auf den besonders belasteten Hamburger Hafen. Dessen Hinterlandanbindung soll durch die Amerikalinie von dem Güterverkehr der bremischen Häfen und des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven entlastet werden. Aber gerade der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven lässt aufgrund seines verwaisten Daseins große Zweifel am prognostizierten zukünftigen Güteraufkommen auf dieser Strecke bestehen.

Quelle: Wikipedia, UNSYNN, eigene Recherchen